Einfälle Nr. 139/140 | 4. Quartal 2016

Liebe Leserin, lieber Leser – liebe Freunde und Förderer,

zunächst einmal möchte ich mich bei Ihnen/Euch entschuldigen, dass einfälle erst jetzt wieder erscheinen. Im letzten Halbjahr war so viel zu tun, dass wir es mit einfälle 139 einfach nicht pünktlich geschafft haben. Das heißt aber nicht, dass das Heft wegfällt: Diesmal erscheinen wir mit einer Doppelnummer und im nächsten Jahr halten wir (hoffentlich) unsere Termine besser ein.

Unabhängig davon geht es voran: Unsere Mitgliederzahlen steigen stetig – wir haben vor einigen Wochen unser 1.000 Mitglied aufgenommen. Wir haben jetzt eine Imagebroschüre, mit der wir uns vorstellen und zeigen können, wer wir sind, was wir machen und wofür wir stehen. Der Tag der Epilepsie war ein voller Erfolg: Auf der Zentralveranstaltung in Berlin konnten wir 150 Menschen begrüßen und auch all die anderen Veranstaltungen in Deutschland waren gut besucht.

Epilepsie braucht Offenheit: Nach wie vor ein wichtiges Thema. Mehr dazu im ersten Schwerpunkt dieser Doppelausgabe. Im zweiten Schwerpunkt beschäftigen wir uns mit der Frage, was getan werden kann, wenn Medikamente oder Operationen nicht weiterhelfen. Hier haben wir uns auf die Themen Anfallsselbstkontrolle und Ketogene Diäten konzentriert. Dann gibt es im kommenden Jahr ein neues Projekt: Wellenreiten. Mit diesem Kreativ-Workshop möchten wir gezielt junge Erwachsene mit Epilepsie ansprechen – mehr darüber im Gespräch mit den Menschen, die diesen Workshop leiten.

Im vorliegenden Heft finden sich noch viele weitere Informationen, zu denen es durchaus unterschiedliche Meinungen gibt (z.B. zur Forschung an Menschen, die nicht einwilligungsfähig sind; zum Bundesteilhabegesetz). Wir wünschen uns, dass wir diese Dinge weiterhin kontrovers diskutieren und denjenigen, die anderer Meinung sind, weiterhin zuhören und sie nicht verunglimpfen – denn nur dann werden wir unsere Ziele erreichen.

Wenn ich etwas gelernt habe, dann das: Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen; wenn wir wollen, dass Menschen mit Epilepsie nicht mehr benachteiligt werden; wenn wir wollen, dass Menschen mit Epilepsie die Unterstützung bekommen, die sie benötigen – dann müssen wir uns in die politische und öffentliche Diskussion einbringen, auch wenn das, um mit Rudi Dutschke zu sprechen, ein langer Weg ist. Nur so, und nicht mit dumpfen Parolen, können wir etwas erreichen – auch wenn immer mehr Menschen in der Welt anderer Meinung zu sein scheinen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen/Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und viel Mut, Kraft und Lebensfreude im neuen Jahr 2017

Ihr/Euer Norbert van Kampen