Komplementäre Therapien

Neben Selbstkontrolle, Biofeedback und ketogener Diät gibt es noch zahlreiche andere, so genannte komplementäre oder alternative Methoden, die bei Epilepsien zumindest versuchsweise eingesetzt werden: Akupressur, Homoöpathie, Reki, Autogenes Training, Kinesiologie, Osteopathie, Yoga etc. Gemeinsam ist diesen Ansätzen, dass sie in der Regel ergänzend zur weiterhin durchgeführten medikamentösen Behandlung erfolgen.

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Oft wird missverständlicherweise angenommen, dass diese Methoden die Medikamente überflüssig machen könnten. Zwar ist unstrittig, dass eine begleitende Behandlung mit Methoden der komplementären Medizin manchen Menschen mit Epilepsie helfen kann. Ein allgemeiner Wirksamkeitsnachweis, wie er für Medikamente oder auch chirurgische Behandlungsverfahren selbstverständlich ist, liegt allerdings bislang für keine der genannten Methoden vor. Einige Studien haben sogar gezeigt, dass z.B. Akupunktur nur einen günstigen Einfluss auf begleitende nichtepileptische oder psychogene Anfälle hat, nicht aber auf epileptische Anfälle. (Dr. med. G. Krämer, Epilepsie: Antwort auf die häufigsten Fragen, Thieme Verlag 2000)

Sress und die Entspannung nach dem Sress sind nicht selten anfallsauslösende Faktoren. Menschen mit Epilepsie sollten die eigene Lebenssituation überprüfen und gegebenenfalls auch therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Die Angst vor den Anfällen und vor den damit verbundenen Verletzungen ist groß.Es ist deswegen unbedingt notwendig, sich mit der Epilepsie und den damit verbundenen Anfällen aktiv auseinanderzusetzen. Wer weiß, wie seine Anfälle aussehen, wie oft und in welchen Situationen diese auftreten, kann sein Lebensgefühl erheblich verbessern. Es macht einen großen Unterschied, ob Sie auf Alkohol wegen Ihrer Epilepsie verzichten, oder ob Sie wissen, daß ein Glas Wein keinen Anfall bei Ihnen auslöst. Es ist etwas völlig anderes, wenn Sie wissen, daß Ihre Anfälle für den Beruf, den Sie ausüben möchten völlig unerheblich sind. Ob Sie in die Disco möchten, ob Sie bestimmte Sportarten betreiben wollen, ob Sie einen eigenen Haushalt führen oder ob Sie eine Familie gründen möchten, es ist immer ein Gewinn, wenn Sie wissen, wie Sie damit umgehen müssen. Wenn Sie es schaffen, Ihr alltägliches Leben entsprechend umzustellen, werden Sie sich Ihren Anfällen nicht mehr so schutzlos ausgeliefert fühlen. Wenn Sie Ihre Mitmenschen dort wo es notwendig ist, darüber informieren, wie diese mit Ihren Anfällen umgehen sollen, tun Sie sich etwas Gutes und nehmen Ihrer Umwelt die Angst vor Ihrer Epilepsie. Werden Sie aktiv, ziehen Sie sich nicht zurück, fördern Sie Ihre familiären und freundschaftlichen Beziehungen, bemühen Sie sich um positives Denken und betreiben Sie regelmäßig sowohl Entspannungsübungen, als auch Sport. Ihr Leben wird dadurch an Qualität gewinnen.

Ein Kind mit Epilepsie belastet viele Familien erheblich. Spannungen zwischen den Partnern sind oft an der Tagesordnung und führen in einigen Fällen auch zur Beendigung der Beziehung. Selbstzweifel, Angst, ständiger Druck und das Gefühl für die Leiden des Kindes verantwortlich zu sein führt v.a. bei den Müttern zu psychosomatischen und somatischen Gesundheitsstörungen. Ein Urlaub kommt nicht in Frage, weil der Urlaub nur eine Fortsetzung des Alltags ist. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen sind Maßnahmen zur Rehabilitation oder zur Vorbeugung hilfreich. Müttergenesungskuren sowie Mutter- oder Vater-Kind-Kuren können alle vier Jahre für ca. drei Wochen in Anspruch genommen werden. Ein ärztliches Attest muss die medizinische Notwendigkeit der Kurmaßnahme bestätigen.