Häufigkeit

Derzeit befinden sich in Deutschland etwa 500.000 Menschen aufgrund einer Epilepsie in haus- oder fachärztlicher Behandlung. Dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von etwa 0,6%. Damit sind in Deutschland genauso viele Menschen an Epilepsie erkrankt wie beispielsweise an behandlungsbedürftigem Diabetes. Neu an Epilepsie erkranken pro Jahr durchschnittlich 47 von 100.000 Menschen. Dies entspricht einer Zahl von jährlich etwa 38.000 Neuerkrankungen.

Von Epilepsie wird gesprochen, wenn wiederholt epileptische Anfälle auftreten oder wenn die Untersuchungsbefunde darauf hindeuten, dass es ein erhöhtes Risiko weiterer Anfälle gibt. Tritt z.B. in Folge von übermäßigem Alkoholgenuss, bei hohem Fieber oder auch bedingt durch völlige Übermüdung ein einziger epileptischer Anfall (Gelegenheitsanfall) auf, liegt noch keine Epilepsie vor. Es wird geschätzt, dass etwa 5% aller Menschen einmal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall bekommen.

Epilepsien können im jedem Lebensalter auftreten:

  • in den ersten fünf Lebensjahren ist das Risiko, an Epilepsie zu erkranken, besonders hoch
  • etwa zwei Drittel aller Epilepsien treten in den ersten zwei Lebensjahrzehnten auf
  • nach dem 20. Lebensjahr wird das Risiko, an Epilepsie zu erkranken geringer und steigt nach dem 60. Lebensjahr wieder steil an.

Treten in höherem Lebensalter in Folge eines Schlaganfalls – den jährlich etwa 200.000 Menschen erleiden – epileptische Anfälle auf, werden diese oft verkannt. Es wird geschätzt, dass etwa 15% der Betroffenen bei oder nach einem Schlaganfall gelegentlich epileptische Anfälle haben, während bis zu 10% eine Epilepsie entwickeln.